Motivation im Fremdsprachenunterricht Arabisch (Teil 2)
Da ich selbst als Lehrerin arbeite, weiß ich, dass es manchmal schwierig ist, die Schüler zum Sprechen zu bekommen bzw. die Geduld aufzubringen, Schüler sprechen zu lassen. Man muss für eine Gesprächsrunde zehn bis fünfzehn Minuten mindestens einplanen, so dass dann nur noch dreißig Minuten zur Verfügung stehen. Auch ich weiß natürlich um die vollen Lehrpläne und die Sorgen eines jeden Lehrers, die Inhalte im Schuljahr umzusetzen.
Dennoch ist eine Antwort- und Fragerunde sehr wichtig, da die Schüler so lernen, die Sprache anzuwenden, ohne dabei vorrangig auf die Grammatik achten zu müssen. Je früher man mit der Einführung dieser Gesprächsrunden beginnt, desto besser kann man die Schüler trainieren und ihnen die Angst vor der Anwendung der Sprache nehmen.
Man sollte sich als Lehrer bei Konversationsrunden immer ein wenig zurücknehmen und darauf verzichten, Fehler direkt zu verbessern. Ich korrigiere meine Schüler immer in der Weise, dass ich entweder ihre Fragen noch einmal korrekt wiederhole oder die richtige Grammatik in der Antwort verpacke.
Übrigens habe ich festgestellt, dass den Schülern die Fragerunde großen Spaß macht, da sie auf diese Weise ihre Neugier befriedigen können und mehr über mich erfahren. Neben der Konversation ist aber auch das Hörverständnis sehr wichtig. Wie ich aus eigener Erfahrung erzählen kann, ist es so, dass man als Lehrer den Schülern immer entgegen kommt und langsam spricht. Schließlich will man ja auch erreichen, dass man von den Schülern verstanden wird.
Um aber eine möglichst authentische Situation vermitteln zu können, kann man sehr gut mit Songs oder Filmen bzw. Serien arbeiten. Der Einsatz dieser Medien kostet allerdings einiges an Vorbereitungszeit vor allem bei Sprachen wie dem Arabischen, für die es kaum Materialien auf dem Markt gibt. Doch hier kann ich nur sagen, wer aus Überzeugung Lehrer ist, macht sich die Mühe und bereitet den Medieneinsatz im Unterricht vor.
Besonders gut werden aber auch Brieffreundschaften von den Schülern aufgenommen und diese fördern natürlich auch die Schreibfertigkeit im Unterricht. Brieffreundschaften haben aber auch den Vorteil, dass die Schüler neue Freunde aus anderen Kulturkreisen kennen lernen und somit indirekt auch viel Neues über die andere Kultur lernen.
Als Lehrerin weiß ich aber auch, dass der Lehrplan befolgt werden muss und man hin und wieder doch ziemlich unter Zeitdruck steht, gerade dann, wenn Prüfungen in den Sprachen abgelegt werden sollen. Es ist nicht immer umsetzbar, ständig das im Unterricht einzubauen, was ich gerade beschrieben habe. Wenn man aber hin und wieder daran denkt und bereit ist, sich die Zeit dafür zu nehmen, ist es sehr lohnenswert und vermittelt den Schülern auch wichtige sprachliche und interkulturelle Kompetenzen.
Es ist unumgänglich, dass der Lehrer Wissen vermittelt, gerade wenn es um neue grammatische Regeln oder neue Themen geht, aber ich hier gern vermitteln möchte, ist, dass man bemüht sein sollte, die Lehreraktivitäten so gering wie möglich zu halten. Nun bin ich mittlerweile seit sechs Jahren in dem Beruf tätig und ich lerne jedes Jahr, wie ich Dinge in meinem Unterricht verbessern oder ändern muss, damit er erfolgreicher wird.
So habe ich in diesem Jahr in meiner sechsten und siebten Klasse begonnen, jede letzte Stunde der Dekade (also aller zwei Wochen) eine arabische Serie zu bearbeiten. Dies heißt für mich aber nicht, dass ich einfach nur die DVD einlege und die Schüler dann fünfundvierzig Minuten schauen lasse. Ich habe mir die Mühe gemacht, die Dialoge zu verschriftlichen und arbeite diese mit den Schülern durch. So erreiche ich, dass die Schüler ihr Hörverständnis trainieren und gleichzeitig sensibilisiert werden für einen arabischen Dialekt.
Ansonsten beginne ich meine Stunden in den beiden Klassenstufen seit geraumer Zeit mit einer Antwort- und Fragerunde, wobei es mir vollkommen egal ist, ob sich Fragen wiederholen oder einfach nur Wörter aneinandergereiht werden. Ich habe aber so erreicht, dass alle Schüler beginnen, zu sprechen und ihre Hemmungen, Arabisch anzuwenden, langsam überwinden.
Dass heißt, Schüler zu motivieren ist gar nicht so schwer, wie manche immer behaupten. Es kostet den Lehrer allerdings einiges an Zeit in der Vor- und vielleicht auch den Nachbereitung des Unterrichts. Ich möchte aber auch nicht ausschließen, dass es durchaus Schüler gibt, die einfach nicht motiviert werden können. Sie legen ein allgemeines Desinteresse an den Tag und sind durch nichts zu begeistern.
Man kann als Lehrer viel tun, die Frage ist allerdings, wie es von den Schülern angenommen wird. Es gibt aber Gott sei Dank nicht allzu viele Schüler in einer Klasse, die überhaupt nicht motiviert werden können. Auch wenn es mehr Arbeit bedeutet, lohnt es sich auf alle Fälle immer wieder zu experimentieren, was bei Schülern am besten ankommt und ihnen Freude am Lernen bringt.



















